Augenschutz

Das menschliche Auge

Die Hornhaut
In direktem Kontakt mit der Umwelt spielt sich eine wichtige Rolle bei der Transmission
von Lichtstrahlen. Sie ist das Gebilde des menschlichen Körpers mit der höchsten Empfindlichkeit.

Die Pupille
Lichtkontrolleur in der Mitte der Iris, sie arbeitet wie eine Blende einer Kamera. Ihr
Durchmesser verändert sich mit der Helligkeit.

Die Linse
Ermöglicht dank eines Kontrollmuskels die Scharfeinstellung (nahes Sehen, fernes
Sehen).Mit dem Alter verliert dieser Muskel an Kraft und beeinträchtigt das Nah sehen. Die Linse kann
durch lange Einwirkung von IR- (Infrarot)- und UV (Ultraviolett)-Licht Ihre Transparenz verlieren, was
den Sehverlust zur Folge hat.

Die Netzhaut
Hier laufen alle Lichtstrahlen zusammen. Sie überträgt durch den optischen Nerv alle
Informationen ans Gehirn, damit Sie das Gesehene wahrnehmen können. Verbrannte Netzhautzellen
sind für immer verloren, was einen irreversiblen Sehverlust zur Folge hat.

Gefahren für die Augen in der Arbeitswelt
Die Augen, unser wichtigstes Sinnesorgan, sind empfindlich gegen vielfältige Gefährdungen. Daher
werden verschiedenartige Formen der Schutzausrüstung (z.B. Bügelbrillen, Vollsichtschutzbrillen,
Schweißer-Schutzbrillen, Schutzbrille mit Helmbefestigung, Visiere) für die Augen angeboten.

Das Auge oder auch das Gesicht kann durch folgende Einflüsse geschädigt werden:

  • Mechanisch: wie Stoß, Stäube und Festkörper, wie z.B. Späne, Splitter, Körner
  • Optisch: je nach Wellenlänge Unterscheidung in UV-, IR-Strahlung, sichtbares Licht, Laserstrahlung
  • Chemisch: Dämpfe, Nebel, Rauch, Säuren, Laugen, Lösungen
  • Thermisch: geschmolzene Metallspritzer, Wärmestrahlung, heiße Flüssigkeiten
  • Besondere Einwirkungen: Röntgenstrahlen, Störlichtbogen, biologische Einwirkungen usw.
Sichtbares Licht

Bedeutung der EN-Kennzeichnungen/Normen

Grundstandards:
EN165 – Persönlicher Augenschutz – Wörterbuch genormter Begriffe im Augenschutz
EN166 – Persönlicher Augenschutz – Allgemeine Anforderungen
EN167 – Persönlicher Augenschutz – Optische Prüfverfahren
EN168 – Persönlicher Augenschutz – Nicht-Optische Prüfverfahren

Standards nach Filtern (Linsen):
EN169 – Filter für Schweißarbeiten und bei verwandten Verfahren
EN170 – Filter zum Schutz vor Ultraviolettstrahlen (UV)
EN171 – Infrarot (IR-Filter) EN172 – Sonnenschutzfilter für die Industrie

Schweißen:
EN175 – Geräte für Augen- und Gesichtsschutz beim Schweißen und bei verwandten Verfahren
EN207 – Filter für Laserstrahlung
EN379 – Schweißerschutzfilter

In vielen Fällen ist mit dem Zusammentreffen mehrerer dieser Gefährdungen zu rechnen. So treten z.B. beim Schweißen neben optischen auch mechanische und thermische Einflüsse auf. Beim Austreten von Flüssigkeiten oder Gasen unter hohem Druck ist mit mechanischen, chemischen und thermischen Gefährdungen zugleich zu rechnen.

Verschiedene Ausführungen von Augenschutz-Produkten

  • Eine Vollsichtbrille wird vor allem dann benötigt, wenn spritzende Flüssigkeiten oder Aerosole, speziell Chemikalien, auftreten, das Risiko eines stärkeren Aufpralls von umherfliegenden Teilen gegeben ist oder feinere Partikel hinter eine einfache Brille gelangen könnten, d.h. immer dann, wenn ein dichter Abschluss um die Augen herum gefordert ist. Außerdem können Vollsichtbrillen eingesetzt werden, wenn der Anwender bereits eine persönliche Sehhilfe trägt – diese kann dann in den meisten Fällen unter der Vollsichtbrille getragen werden.
  • Wenn keine Flüssigkeitsspritzer oder Aerosole auftreten und Aufprallrisiken gar nicht oder nur mit geringerer Stoßenergie vorhanden sind sowie die Augen nicht durch derart wirbelnde Partikel gefährdet sind, die auch hinter die Brille gelangen können, reicht eine einfache Bügelbrille aus.
  • Eine Zwischenlösung bieten Schutzbrillen, die sowohl mit Bügeln als auch mit einem Kopfband getragen werden können und eine zusätzliche Abdichtung bzw. Polsterung am Rahmen besitzen, wie die Honeywell SP1000 2G™.
  • Auch ein zusätzlicher breiter Seitenschutz an den Bügeln und/oder oben am Rahmen kann vor dem Eindringen von Partikeln hinter die Brille schützen, sodass von einer Vollsichtbrille abgesehen werden kann.
  • Gesichtsschutzschirme werden vorrangig dann eingesetzt, wenn das Risiko einer hohen Stoßeinwirkung oder z.B. Funkenflug gegeben ist – oder bei sehr speziellen Anwendungen mit elektrischen Gefährdungen. Hier muss aber auf speziell zertifizierte Materialien und Visiere geachtet werden.

Speziell hinsichtlich der Stoßfestigkeit muss auf die Zertifizierung (geprüfte Leistung) zurückgegriffen werden. Nicht alle Vollsichtbrillen und Visiere entsprechend generell der höheren Stoßfestigkeit, ebenso kann eine einfache Schutzbrille eine höhere Stoßfestigkeit aufweisen. Auch die Eignung für Flüssigkeitsspritzer u.a. werden auf der Brille angegeben. Mehr dazu siehe unten.

Material der Scheiben: Polycarbonat oder Acetat

  • Die meisten Schutzbrillen-Scheiben für allgemeine Einsatzbedingungen bestehen aus Polycarbonat. Sie bieten Schutz vor mechanischen Gefährdungen, Staub, ungefährlichen Flüssigkeiten und UV-Strahlung.
  • Wenn chemische Gefährdungen hinzukommen, sollte eine Acetat-Scheibe gewählt werden. Diese ist chemikalienbeständig und wird vorwiegend in Vollsichtbrillen oder Gesichtsschutz-Visieren verwendet.
  • Für ganz spezielle Anforderungen gibt es weitere Materialien wie z.B. gehärtetes Mineralglas (Arbeitsumgebungen mit sehr abrasiven Stäuben, z.B. Steinbrüche, oder sehr hoher Strahlungswärme wie in Gießereien).

Beschichtung der Scheiben: kratzfest und/oder beschlaghemmend

  • Eine Kratzfest-Beschichtung sollte auf jeden Fall immer dann ausgewählt werden, wenn Aufprallrisiken bestehen oder abrasive Stäube auftreten, um ein Verkratzen der Scheiben zu verhindern und einen klaren Blick durch unbeschädigte Scheiben zu bewahren. Generell schützt eine Kratzfestbeschichtung jede Schutzbrille vor Abrieb und Verkratzen und erhöht vor allem die Lebensdauer auch dort, wo keine dieser speziellen Risiken auftreten.
  • Beschlaghemmende Beschichtungen sind ein Muss in Arbeitsumgebungen, in denen Dämpfe auftreten oder ein feuchtes Klima herrscht. Ohne Beschlaghemmung wäre hier die Sicht dauerhaft eingeschränkt. Ähnlich verhält es sich bei sehr schweißtreibenden Tätigkeiten. Beschlaghemmung sollte außerdem überall dort erwogen werden, wo der Träger Temperaturschwankungen ausgesetzt ist, z.B. beim Wechsel des Arbeitsplatzes zwischen Innenraum und draußen, oder z.B. wenn die Schutzbrille zusammen mit partikelfiltrierenden Masken getragen werden muss.
  • Häufig ist aufgrund der Umstände natürlich auch eine Kombination der beiden Beschichtungen gefordert. Hier wird oft eine Kratzfest-Beschichtung auf der Außenseite und eine beschlaghemmende Beschichtung auf der Innenseite kombiniert.
  • Seltener werden Beschichtungen auch auf beiden Seiten der Schutzbrille angeboten wie z.B. bei der Honeywell HydroShield® Hochleistungs-Beschichtung – diese bietet Kratzfestigkeit und lang andauernde Beschlaghemmung auf den Innen- und Außenseiten der Scheiben, u.a. bei Honeywell Avatar™-Schutzbrillen.

Tönung der Scheiben*:

  • Klar: Ungetönte Scheiben bieten einen „ungetrübten“ Blick auf die Realität und haben die höchste Tageslicht-Transmissionsrate, bieten eine klare Farberkennung und Ampelfarben-Wahrnehmung. Auch klare Polycarbonat-Scheiben bieten in den meisten Fällen Schutz gegen unsichtbare UV-Strahlung (Honeywell-Produkte: 99,9% UV-Schutz bis 380 nm für alle Polycarbonat-Scheiben).
  • Gelb: für den Einsatz bei schlechten Lichtverhältnissen, die Kontrastanhebung erfordern, u.a. für Sportschützen und Jäger, hohe Tageslichttransmission
  • Grau/Braun: v.a. bei der Arbeit im Außenbereich, gegen Sonnenlicht und Blenden
  • Verspiegelt (Silber/Blau): v.a. bei der Arbeit im Außenbereich, gegen Sonnenlicht und Blenden
  • I/O (Silber): = Innen/Außen, zum Einsatz an Arbeitsplätzen mit Aufenthalt im Innen- und Außenbereich, reflektiert Sonnen- und Blendlicht, erleichert dem Auge den Übergang zwischen helleren und dunkleren Bereichen
  • Grün: IR-Scheiben zum Schutz vor Infrarotstrahlung, z.B. beim Schweißen oder Löten
  • Kobaltblau: für Hochtemperaturanwendungen zum Schutz vor (IR-) Strahlung und Blenden

Es gibt noch weitere Tönungen für sehr spezielle Einsatzbereiche wie z.B. die Arbeit mit UV-Lampen, zum Schutz vor Blaulicht usw. Darauf soll hier nicht näher eingegangen werden.

* Auch wenn die meisten Hersteller ähnliche Tönungen verwenden und die Einsatzbereiche sich entsprechend ähneln, kann hier nicht generell für alle Schutzbrillen aller Hersteller gesprochen werden. Es handelt sich hier um einen Überblick über die von Honeywell für seine Scheiben genutzten Tönungen.

Schutz vor optischer Strahlung – Filter

Die Tönung kann einen Anhaltspunkt zum Einsatzbereich geben oder schlicht durch die Färbung an sich einen Schutz z.B. vor Blenden oder eine Kontrastverbesserung bieten.
Um den korrekten Schutz sicherzustellen – ganz besonders auch vor unsichtbarer Strahlung – muss allerdings darauf geachtet, werden, ob die Schutzbrille für eine spezielle Filterung geprüft und zertifiziert wurde. Z.B. schützt nicht jegliche getönte Brille auch notgedrungen vor Sonnenlicht.

  • Ultraviolett (UV)-Filter (nach EN 170)
  • Sonnenlichtfilter (nach EN 172)
  • Infrarot (IR)-Filter (nach EN 171)
  • Schweißerfilter (nach EN 169)

Die entsprechende Kennzeichnung muss direkt auf der Brillenscheibe angegeben sein – Details zur Kennzeichnung siehe hier.

Beim Schutz vor optischer Strahlung ist zu beachten, dass unter Umständen auch Mitarbeiter einen entsprechenden Augenschutz benötigen, die nicht direkt „mit der Strahlung arbeiten“, aber sich dennoch im Strahlungsumfeld befinden, z.B. beim Schweißen, in der Nähe starker Hitzequellen, bei Löt- oder Brennschneidarbeiten, in Gießereien o.ä.

Belüftung

Viele Schutzbrillen sind optional mit direkter oder indirekter Belüftung erhältlich. Das ist besonders bei dicht abschließenden Vollsichtbrillen und überall da ein Thema, wo Schwitzen, Dampf und Feuchtigkeit eine Rolle spielen und die Belüftung ein Beschlagen der Scheiben vermindern kann.

Schutz gegen biologische Gefährdung

Zum Schutz vor Mikroorganismen sollten abdichtende Vollsichtbrillen mit der Kennzeichnung „3“ (Flüssigkeits-Tröpfchen und -Spritzer) eingesetzt werden.

Schutz gegen Gefährdungen durch elektrischen Strom

Eine Grundvoraussetzung ist hier, dass die PSA keine freiliegenden Metallteile aufweisen darf bzw. metallfrei sein sollte – die Schutzbrille muss „dielektrisch“ sein. Die optischen Gefährdungen liegen hauptsächlich im Auftreten von Störlichtbögen. Der entsprechende Schutz kann nur durch Gesichtsschutz-Visiere mit entsprechender Zertifizierung (Kennzeichnung „8“) erreicht werden, nicht durch Schutzbrillen.

Quelle: Nordwest Broschüre PSA- Verordnung

Augenschutz mit Sehschärfe bzw. Korrektionsschutzbrillen sind auf Anfrage erhältlich!

Augenschutz – gewusst wie! Leicht verletzbar – einfach zu schützen!
Damit die Brillenauswahl fur den Einsatzbereich erfolgen kann, sind sowohl Sichtscheiben wie auch Fassungen mit Kennbuchstaben und Ziffern versehen.

Vorzahl VLT-Bereiche
keine Schweißen 1,2
Kennzeichnung von Schutzbrillen

Optische Klasse

1 – Für Arbeiten mit besonders hohen Anforderungen an die Sehleistung für den Dauergebrauch sowie für Vorsatzscheiben, keine optische Verzerrung

2 – Für Arbeiten mit durchschnittlichen Anforderungen an die Sehleistung

3 – Nur in Ausnahmefällen für grobe Arbeiten ohne größere Anforderungen an die Sehleistung und nicht für den Dauergebrauch

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Tel. +49 (0) 40/54 88 02-0
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