Augenschutz: PSA für das Auge

Schützen Sie den empfindlichsten Bereich des Körpers: Augenschutz durch die passende Schutzausrüstung – von Schutzbrille bis Augenschutzschild. Gemeinsam mit unserem Partner Honeywell möchten wir Ihnen einen Überblick zu Augenschutz als persönliche Schutzausrüstung (PSA) im Arbeitsschutz geben.

Warum ist Augenschutz so wichtig? 

Die Kosten des verlorenen Sehvermögens sind für eine Einzelperson unermesslich, umfassen sie doch nicht nur medizinische Kosten, sondern auch eine verminderte Lebensqualität und verminderte Erwerbsfähigkeit. Trotz nationaler Gesetzgebung und unternehmensinternen Standards ereignen sich in Deutschland 15.657 Augenverletzungen pro Jahr, die die Gesundheit der Mitarbeiter und die Gesamtproduktivität massiv beeinträchtigen.¹

Die meisten Sicherheitsexperten sind sich dabei einig, dass fast alle Augenverletzungen am Arbeitsplatz durch den richtigen Einsatz persönlicher Schutzausrüstung verhindert werden könnten. Eine komplette Übersicht zum Thema Augenschutz finden Sie in unserem kostenlosen Augenschutz Whitepaper.

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Auf 28 Seiten finden Sie alles, was Sie über Augenschutz im Betrieb – PSA für das Auge wissen sollten

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Die häufigsten Gründe für Augenverletzungen

Die Zahlen sprechen für sich: PSA für das Auge ist in vielen Bereichen unerlässlich

Womit können Sie Augen und Gesicht schützen?

Augen- und Gesichtsschutz-Produkte schützen vor mechanischen Risiken, chemischen oder biologischen Risiken und optischen Risiken bzw. Strahlung. Auch einen gewissen Schutz vor thermischen und elektrischen Risiken können spezielle Produkte bieten. Arbeiter, die keine Schutzbrille tragen, wo sie vorgeschrieben ist, oder ihre Schutzbrille abnehmen, um eventuelle Unannehmlichkeiten zu vermeiden, sind anfällig für Augenverletzungen durch Partikel, Schwebstoffe in der Luft oder spritzende Chemikalien.

Zusätzlich zu den offensichtlichen physischen Gefahren schützt eine Schutzbrille die Augen vor schädlichem sichtbarem und unsichtbarem Licht. Die Auswirkungen einer Überexposition gegenüber optischer Strahlung reichen von Ermüdung der Augen, Trockenheit und Irritation bis hin zu kurzzeitigen und dauerhaften Sehstörungen. Tatsächlich ist die langzeitige Exposition gegenüber den unsichtbaren ultravioletten Strahlen der Sonne eine der Hauptursachen für Katarakte („grauer Star“) und Blindheit in Deutschland, Österreich und der Schweiz.¹

Hier finden Sie alles zu Gefahren und dem passenden Schutz für das Auge.

Auf was muss ich bei der Kombination mit weiterer PSA achten?

An vielen Arbeitsplätzen muss neben dem Augenschutz weitere PSA getragen werden. Dann muss darauf geachtet werden, dass die Schutzausrüstungen kompatibel sind bzw. sich nicht in ihrer Schutzwirkung gegenseitig beeinträchtigen. Der Augenschutz kann durch folgende Kombinationen beeinträchtigt werden bzw. kann seinerseits beeinträchtigen:

Bei der Kombination von Augenschutz/Gesichtsschutz + Kopfschutz und Augenschutz + Gesichtsschutz muss darauf geachtet werden, dass die Produkte kompatibel sind (z.B. hinsichtlich ihrer Dimensionen) und Zusatzausrüstungen für Helme die entsprechenden Anforderungen der EN 166 (Augenschutz) erfüllen.

Sicher denkt man bei Augenschutz nicht zuerst an die Kombination mit Absturzsicherung. Aber im Einsatzbereich von Absturzsicherung muss ganz besonders darauf geachtet werden, dass auch bei einem Absturz der Augenschutz noch sicher sitzt und weder herunterfällt noch derart verrutscht, dass er seiner Schutzwirkung nicht mehr nachkommen kann. Übertragen werden kann dies auf alle Einsatzbereiche, in denen unter Umständen heftigere Bewegungen oder Stoßeinwirkungen möglich sind und aus diesem Grund sichergestellt werden muss, dass der Augenschutz auch dann noch fest sitzt. Eine Lösung kann in diesen Fällen z.B. eine feste Integration von Schutzhelm und Augenschutz sein (dort, wo Kopfschutz erforderlich ist) – oder eine Schutzbrille, die auch mit Kopfband statt Bügeln getragen werden kann – wie z.B. die Honeywell SP100 2G.

Bei der Kombination von Augenschutz und Atemschutz, speziell partikelfiltrierenden Halbmasken, kann das Beschlagen der Schutzbrille ein Thema sein. Neben der Auswahl entsprechender Produkte, die im Gesicht gut miteinander kombiniert werden können – zu beachten seien Brillenbügel + Nasenbügel der Maske sowie die Kopfbefestigung – sollte hier darauf geachtet werden, dass die Schutzbrille mit einer Antibeschlagbeschichtung ausgestattet ist.

Ein spezieller und sehr häufig anzutreffender Fall ist die Kombination von Schutzbrillen mit Gehörschutz, da hier die tatsächlich erreichte Schalldämmung in direktem Zusammenhang mit der Ausführung der Schutzbrille steht: Lücken zwischen dem Polster der Gehörschutzkapsel und dem Kopf bieten dem Schall einen Weg um die Hörmuschel herum und verringern so die vom Gehörschutz gebotene Dämmung. Schutzbrillen können zum Entstehen solcher Zwischenräume beitragen. Messungen des IFA zeigten für „dicke Brillenbügel“ eine Verringerung der Schalldämmung bis zu 14 dB, d.h., der Expositionsschalldruck erhöhte sich bis zum 25-fachen.¹  Aus diesem Grund ist es wichtig zu wissen, wie diese Zwischenräume verkleinert werden können, wenn Gehör- und Augenschutz zusammen getragen werden müssen:

Das Honeywell Howard Leight® Akustik-Labor hat untersucht, wie sich verschiedene Arten von Schutzbrillen auf die Dämmung von Kapselgehörschutz auswirken und den Einfluss der Rahmenstärke auf den Dämmwert verschiedener Gehörschutzkapseln untersucht: Die Ergebnisse zeigen, dass für Schutzbrillen mit einem dünnen Rahmen (2 mm oder weniger an den Schläfen, wo das Gehörschutzpolster auf den Rahmen trifft), die Brille keinen signifikanten Rückgang der Dämmung verursachte – die mittlere Dämmung über die Frequenzen hinweg entsprach fast der des Kapselgehörschutzes alleine oder innerhalb der Standardabweichung. Allerdings verursachten Schutzbrillen mit breiteren Rahmen spürbare Lücken in der Polsterdichtung, was zu einer geringeren Dämmung führte. Bei Anwendung auf den NRR-Wert bedeutet das, dass der mittlere effektive NRR für Gehörschutzkapseln gleich bleibt, wenn sie mit einer Brille mit dünnem Rahmen (2 mm, z.B. Honeywell SVP200) getragen werden, aber etwa 2 dB niedriger ist, wenn sie mit einem Bügel mittlerer Breite (3 mm) getragen werden. Der mittlere NRR-Wert wird um etwa 5 dB beim Tragen einer Brille mit einem breiten Rahmen beeinträchtigt (6 mm).

Honeywell Kombination Gehörschutz und Augenschutz

Die Untersuchung des Brillendesigns ergab auch, dass einige sportliche Modelle zusätzliche Probleme verursachen: Gerade Bügel, die über das Ohr hinausragen, anstatt hinter dem Ohr anzuliegen, können die Polsterdichtung sowohl hinten als auch vorne beeinträchtigen. Ein weiteres Problem bei Schutzbrillen ist ein sportlicher Bügel, der sich vom Kopf abhebt. Wenn solche Bügel nicht nachgiebig sind und nicht durch den Anpressdruck des Gehörschutzes gegen den Kopf gedrückt werden können, können die Zwischenräume erheblich ausfallen. Auch hier kann natürlich zur Vermeidung dieser Problematik auf ein Augenschutz-Modell zurückgegriffen werden, welches auch mit einem Kopfband statt mit Bügeln getragen werden kann, wie z.B. Honeywell SP100 2G™.

Natürlich tragen auch Eigenschaften der Kapsel zur Effektivität der kombinierten PSA bei: So ergaben z.B. die neuen Honeywell VeriShield™ mit Memory-Foam-Polster eine Verbesserung gegenüber herkömmlichen Gehörschutzkapseln (gemittelt über alle Kapselgrößen und Brillenmodelle).

3M Produktbild Augen und Gehörschutz

Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der Auswahl von Schutzbrillen und Gehörschutz, die gut zusammenarbeiten. Schutzbrillenrahmen sollten aus dünnem, nachgiebigem Material bestehen mit Bügeln, die eng am Kopf und hinter dem Ohr herum anliegen, während Gehörschutzkapseln mit hochgradig anpassungsfähigen Memory-Foam-Polstern ausgestattet sein sollten, wie die Honeywell VeriShield™-Reihe.

Ansonsten kann natürlich immer auch geprüft werden, ob in der Kombination mit Augenschutz Gehörschutzstöpsel ggf. die bessere Wahl sind.

zu den Honeywell Produkten

Die richtige PSA für das Auge

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Wann und warum brauche ich UV-Schutz, Sonnenschutz oder IR-Schutz?

Vom sogenannten „Verblitzen“ beim Schweißen hat jeder schon einmal gehört – hier tritt die Schädigung durch UV-Licht unmittelbar auf, weil die Strahlung in einer hohen Intensität auftritt.
Doch das Auge wird selbst bei bewölktem Himmel oder sogar in Innenräumen durch UV-Strahlen belastet – und ebenso wie UV-Strahlung bei der Haut Langzeitschäden verursacht, tut sie das auch bei den Augen: durch Einwirkung über längere Zeit und schleichend. Neben Hornhaut- und Bindehautentzündungen, die kurzfristiger auftreten, wird als chronischer Schaden vor allem der Graue Star (durch UV-Strahlung, die in die Linse vordringt) genannt. Einflüsse auf degenerative Netzhauterkrankungen wie die Makuladegeneration (durch UV-Strahlung, die noch tiefer – bis in die Netzhaut – eindringt) können nicht ausgeschlossen werden (Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz).

Beachten Sie vor allem auch, dass UV-Schutz nicht gleich Sonnenschutz ist bzw., dass getönte „Sonnen“brillen nicht für jeden Arbeitsplatz geeignet sind. Hier muss unterschieden werden zwischen Filtern nach EN170 (UV-Schutzfilter), die vor schädlicher UV-Strahlung schützen, und nach EN 172 (Sonnenlichtfilter für den gewerblichen Gebrauch), die vor Blendung durch das Sonnenlicht schützen. Die jeweils entsprechende Kennzeichnung ist auf der Scheibe der Schutzbrille zu finden (s.o.).

Sonnenschutzfilter sind wie auch im Privaten v.a. im Freien zum Schutz vor Blendung durch Sonnenlicht erforderlich und die entsprechenden Brillen sind meist grau, braun oder blau getönt oder verspiegelt. Bei einem häufigen Wechsel zwischen Innen- und Außenbereichen sind spezielle I-/O-Scheiben zu bevorzugen.
UV-Schutz bieten auch klare Polycarbonat-Scheiben – durch den im Grundmaterial mit eingeschmolzenen UV-Blocker bieten Honeywell Polycarbonat-Scheiben einen 99,9%igen UV-Schutz bis zu 380nm. Acetat-Scheiben bieten keinen UV-Schutz, da kein UV-Blocker verarbeitet wird.

Eine weitere optische Gefährdung ist Infrarot-Strahlung. Beim Schweißen treten sowohl UV- als auch IR-Strahlung auf und es ist ein spezieller Schweißerfilter nach EN 169 erforderlich.

UV-Schutz Sonnenschutz IR-Schutz
Gegen schädliche UV-Strahlung Gegen Blendung durch das Sonnen-Licht Gegen schädliche IR-Strahlung
Vor allem im Freien Im Freien Metallschmelzen, Gießereien. Hochöfen, Glasindustrie
Im Innenbereich bei der Arbeit mit UV-Lampen z.B. zur Trocknung oder Entkeimung Beim Schweißen (Schweißerfilter nach EN169 erforderlich)
Im Innenbereich beim Schweißen (Schweißerfilter nach EN169 erforderlich) Bei der Arbeit mit IR-Lampen

zu den Normen & Informationen

Welche Möglichkeiten habe ich als Brillenträger?

Der Anteil der Brillenträger ist in Deutschland langfristig deutlich gewachsen – 66,6 Prozent der Bevölkerung benötigten im Jahr 2019 eine Sehhilfe. Mit zunehmendem Alter nimmt der Anteil der Brillenträger weiter zu: Die Altersgruppe ab 60 Jahren trägt zu über 90 Prozent eine Brille.*

Auch die Arbeitssicherheit ist von dieser Entwicklung betroffen – für Brillenträger müssen spezielle Lösungen angeboten werden: Am einfachsten ist der Einsatz von Überbrillen wie z.B. der Honeywell Avatar™ OTG, die ganz einfach über der persönlichen Sehhilfe getragen werden können.

Das ist eine sehr praktische und kostengünstige Lösung für kurze Einsatzzeiten, z.B. bei zwischenzeitlichen, nur kurzen Aufenthalten in Produktionsbereichen oder für Besucher. Auf Dauer ist das Tragen von zwei Brillen allerdings nicht die komfortabelste Lösung und für manche Arbeitsplätze auch nicht geeignet.

 

Die professionellere Lösung sind Korrektionsschutzbrillen.   

Schutzbrillen mit Sehstärkenkorrektur werden für den einzelnen Träger ebenso wie die persönlichen Sehhilfen individuell angefertigt. In Zusammenarbeit mit Optikern werden die Korrektionsgläser in die Korrektionsschutzbrillen-Rahmen eingesetzt. Der einzelne Mitarbeiter kann aus verschiedenen Modellen, klassischen wie modernen Designs, wählen, sodass auch der Tragekomfort und somit die Trageakzeptanz gewährleistet ist.

Korrektionsschutzbrille

 

Eine dritte Option sind Korrektionsschutz-Einsätze für Schutzbrillen, die mit Gläsern in der entsprechenden Stärke in normale Schutzbrillen eingehängt werden können, wie z.B. bei der Honeywell XC.

Honeywell_XC_Schutzbrille

Fragen und Antworten: Richtige Anwendung und Pflege

Heute mehr denn je ist das Beschlagen von Brillen – ob Schutzbrillen oder private Sehhilfen – ein tägliches Problem. Besonders durch die Kombination mit Masken tritt diese Unannehmlichkeit vermehrt auf – auch hier nicht mehr nur durch Atemschutzmasken im Bereich Arbeitsschutz, sondern auch im Privatleben. Auch Reinigung & Desinfektion haben an Bedeutung gewonnen.

Durch die Kombination mit Atemschutz- oder OP-Maske läuft meine Brille immer an. Kann ich etwas dagegen tun?

Ja, unbedingt! Es gibt mehreren Möglichkeiten:

  • Bei der Auswahl der Schutzbrille darauf achten, dass diese eine Antibeschlag-Beschichtung hat, z.B. eine K+N-Kennzeichnung (s.o.) oder die neue HydroShield-Beschichtung.
  • Sollte diese Möglichkeit nicht bestehen, kann man nach Rücksprache mit der Sicherheitsfachkraft auch auf ein Antibeschlag-Mittel zurückgreifen. Diese sind z.B. beim Optiker erhältlich.
HON Hydroshield - Beschlaghemmung

Was kann ich tun, um meine Schutzbrille länger einsetzen zu können?

Die richtige Aufbewahrung während des Nicht-Tragens ist sehr wichtig. Manchmal wird die Brille mit Band getragen, wenn man diese dann abnimmt und umhängt, scheuern die Gläser oft an der Kleidung. Das sollte verhindert werden.
Auch das Ablegen am Arbeitsplatz sollte immer so erfolgen, dass die Brille nicht auf den Gläsern zum Liegen kommt. Ein Etui ist hier sehr hilfreich und auch nach dem Arbeitstag ist die Brille bestens geschützt bis zum nächsten Einsatz.

Wie kann ich meine Brille am schonendsten reinigen?

Das Wichtigste ist, die Brille niemals an der Kleidung abzuwischen. Oft ist das Material zu grob und die Stäube, die darauf haften, führen zum schnellen Verkratzen der Brille.
Deshalb gilt: Immer erst mit lauwarmem Wasser abspülen, bevor man die eigentliche Reinigung – am besten mit milder Seife – durchführt. Nur ein weiches Mikrofaser-Tuch zum Trockenreiben verwenden.

Kann ich auch Desinfektionsmittel verwenden?

Prinzipiell ja, aber Vorsicht! Sollte die Brille schon Kratzer haben, kann Desinfektionsmittel zum Ablösen der Beschichtung oder zum Reißen des Polycarbonat-Grundmaterials führen.

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