Die richtige Auswahl von Schutzhandschuhen

Ein Leitfaden von MÖWIUS & NITRAS

Bei der Auswahl von Schutzhandschuhen ist Fachwissen gefragt. Der folgende Leitfaden von MÖWIUS und NITRAS bietet einen Überblick über die gängigen Normen von Schutzhandschuhen und stellt einen Anwendungsleitfaden bereit, der als praktische Auswahlhilfe dient. Neben dieser Übersicht stehen Ihnen unsere geprüften Fachberater gern zur Seite und beraten Sie bei der Auswahl der für Sie bestmöglich geeigneten Handschuhe. Wir helfen Ihnen durch eine gezielte Auswahl den Verbrauch der eingesetzten Handschuhe zu optimieren.

Schutzhandschuhe – aber welche?

Um den richtigen Schutzhandschuh auszuwählen, müssen zuerst die Branche und die damit einhergehenden Anforderungen an die Risikokategorie und das Material definiert werden. Mit dem notwendigen Fachwissen haben MÖWIUS und NITRAS einen entsprechenden Leitfaden entwickelt, der die Orientierung erleichtern soll: Welcher Handschuh kann in welcher Branche bzw. bei welcher Tätigkeit am besten eingesetzt werden? Anhand von Beispielen helfen wir Ihnen, den für Sie geeigneten Handschuh zu identifizieren.

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Schutzhandschuhe – hier ist Fachwissen gefragt!

Die richtige Auswahl zu treffen ist vor allem bei einem Markt mit vielfältigem Angebot nicht immer einfach. Insbesondere im Thema Schutzhandschuhe ist auch die fachliche Beratung von Bedeutung: Normen und Kategorien müssen geprüft und auf individuelle Bedürfnisse abgestimmt werden. MÖWIUS und NITRAS unterstützen Sie bei der Auswahl des richtigen Handschuhs. Der folgende Leitfaden soll Ihnen eine erste Orientierung bieten und den Weg für eine persönliche Beratung im Detail ebnen. Mit unserer langjährigen Erfahrung und der Unterstützung unserer Partner erstellen wir Ihnen gerne Handschuhpläne nach Ihren individuellen Anforderungen inkl. Permeationszeiten.

Der Anwendungsleitfaden

Schritt für Schritt zum richtigen Handschuh

Hinweis: Dieser Leitfaden ersetzt nicht die persönliche Beratung bei einem technischen Handel. Des Weiteren sollten Schutzhandschuhe immer vorher beim Fachhändler getestet werden, um die optimale Passform und Handschuhgröße zu finden. Im Idealfall geben eine Arbeitsplatzanalyse sowie eine Gefährdungsbeurteilung im Detail Aufschluss darüber, welche Art von Schutzhandschuh verwendet werden sollte.

Lesen Sie nun einige Beispiele anhand verschiedener Branchen:

BAU / KONSTRUKTION / PRODUKTION / HANDWERK

Beschreibung: In diesen Branchen haben es die Anwender häufig mit körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten und sehr verschiedenen Werkmaterialien zu tun. Deshalb sollten hier Schutzhandschuhe der Kategorie 2 und höher zum Einsatz kommen. Die Schutzhandschuhe in diesen Branchen müssen einem hohen Abrieb standhalten. Ein langlebiges sowie reiß- und schnittfestes Trägermaterial sind von Wichtigkeit, sodass eine hohe, mechanische Widerstandsfähigkeit gewährleistet werden kann.
Materialien: Für gröbere, schwerere Arbeiten sind Voll- und Spaltlederhandschuhe empfehlenswert. Die Vorteile sind die besondere Reiß- und die hohe Abriebfestigkeit. Bei hohen Ansprüchen an die Fingerfertigkeit empfiehlt sich ein Nylonhandschuh mit einer dünnen Polyurethan-Beschichtung (kurz PU-Beschichtung genannt).

Schutzhandschuh NITRAS 8810

Schutzhandschuh NITRAS 8810

Das Trägermaterial Nylon liegt eng an der Hand an und die dünne PU-Beschichtung erlaubt filigrane Tätigkeiten. Ein guter Mittelweg sind beschichtete Baumwoll- sowie Mechanikerhandschuhe, die sehr robust und gleichzeitig einen guten Feingriff ermöglichen. Je nach Einsatzort ist ein zusätzlicher Kälte- / Hitzeschutz erforderlich.
Beschichtungen: Polyurethan ist der Allrounder unter den Beschichtungen. Das Material ist feinfühlig und passt sich gut der Hand des Anwenders an. In der Regel bietet es eine gute Abriebfestigkeit, ist atmungsaktiv und ermöglicht – insbesondere in Kombination mit Nylonhandschuhen – einen sehr guten Griff und höchste Fingerfertigkeit.  Nitrilbeschichtungen gelten im Vergleich als widerstandsfähiger und bieten einen besseren Griff bei öligen und fettigen Oberflächen. Elastischer und geeigneter bei nassen Oberflächen sind Latexbeschichtungen. Sowohl Nitril- als auch Latexbeschichtungen sind häufig auch als Schaumbeschichtung erhältlich, welche atmungsaktiver und feuchtigkeitsdurchlässiger ist.

Einsatzgebiete: Produktion, Handwerksbetriebe jeder Größe, Straßenbau, Gerüstbau, Metallverarbeitung, Automobilindustrie uvm.
Beispiele von NITRAS: Baumwoll-Nitrilhandschuhe wie der 03400, 03440, Nylonhandschuhe wie der 6205, 3510, Mechanikerhandschuhe wie der 8800 // FLEXIBLE FIT, 8700 // SKIN FLEX, Lederhandschuhe wie der 1403B // APOLLO, 1302 // SPLIT MASTER und Schnittschutzhandschuhe wie der 6605 // CUT5

GARTEN- UND LANDSCHAFTSBAU / HEIMWERKEN

Beschreibung: Schutzhandschuhe sollten hier über eine rutschfeste Beschichtung verfügen und eine hohe Fingerfertigkeit erlauben. Darüber hinaus ist der Schutz vor Schmutz und Feuchtigkeit relevant. Je nach Tätigkeit, sind hier Schutzhandschuhe der Kategorie 1 oder 2 zu empfehlen. Aufgrund des Einsatzortes (z. B. Wintermonate im Freien) kann der Schutz vor Kälte ebenfalls eine Rolle spielen.
Materialien: Schutzhandschuhe sollten reißfest sein und gleichzeitig Schutz vor Schmutz, Feuchtigkeit und ggf. der Witterung bieten. Je nach Anspruch an die Fingerfertigkeit, sind in diesen Branchen Lederhandschuhe (gröbere Arbeiten) und Strickhandschuhe (feinere Arbeiten) geeignet.
Beschichtungen: Empfehlenswert ist eine griffsichere und wasserunempfindliche Latexbeschichtung.

Schutzhandschuh NITRAS 1603

Schutzhandschuh NITRAS 1603

Einsatzgebiete: Garten- und Landschaftsbetriebe, Landwirtschaft, Gärtnereien, Tätigkeiten in und um das Haus uvm.
Beispiele von NITRAS: Latex-Strickhandschuhe wie der 1603, 1603W

KOMMISSIONIERUNG / VERSAND / LOGISTIK / TRANSPORT

Beschreibung: In der klassischen Lagerlogistik und im Einzelhandel sind gestrickte Handschuhe mit griffigen Noppen häufig in Gebrauch. Die mechanischen Risiken sind hier in der Regel nicht ausschlaggebend. Im Transportwesen sind geschlossene Handschuhe oder geschlossene Beschichtungen empfehlenswert.
Materialien: Der klassische Kommissionierhandschuh ist ein Mischgewebe aus Baumwolle und Nylon in Kombination mit einer genoppten Innenhand. Diese grob gestrickten Schutzhandschuhe sind kostengünstig in der Anschaffung und haben eine lange Einsatzdauer aufgrund ihrer hervorragenden Weiterreißfestigkeit. Da diese Handschuhe vorwiegend grob gestrickt und nur punktuell beschichtet sind, eignen sie sich weniger für den Einsatz im Transport- und Speditionswesen. Hier ist entweder eine geschlossene Beschichtung auf der Innenhand oder ein Driverhandschuh aus Leder zu empfehlen.

Schutzhandschuh NITRAS 6010

Schutzhandschuh NITRAS 6010

Beschichtungen: Für Kommissionierhandschuhe haben sich PVC-Noppen bewährt, die den Anwender fest zugreifen lassen und luftdurchlässig sind. Als geschlossene Beschichtung ist eignet sich eine dünne PU-Beschichtung für mehr Fingerfertigkeit oder eine Nitrilbeschichtung für mehr Widerstandsfähigkeit. Aufgrund der Tätigkeit in Hallen und geschlossenen Räumen, ist ein atmungsaktives Material von Vorteil.

Einsatzgebiete: Logistik, Transportwesen, Einzelhandel, Dienstleistungen uvm.
Beispiele von NITRAS: Strickhandschuhe wie der 6010, 6100, 6101, Driverhandschuhe aus Leder wie der 1409, 1409W

RECYCLING / ABFALLWIRTSCHAFT / REINIGUNG / WIEDERAUFBEREITUNG

Beschreibung: Die Anforderungen an Schutzhandschuhe in den Bereichen Reinigung und Sanitär müssen flüssigkeitsdicht sein, eine hohe Fingerfertigkeit erlauben und ggf. Schutz vor Chemikalien bieten. Aufgrund gefährlicher Gegenstände, wie z. B. alten Spitzen und Nadeln können in der Abfallwirtschaft auch die Schnittfeste oder sogar der Durchstichschutz eine Rolle spielen.
Materialien: Je nach Gefährdungsbeurteilung sollten Chemikalienschutzhandschuhe aus Nitril, Chloropren oder Latex verwendet werden. Schnittschutz- und Stichschutzhandschuhe werden aus speziellem Garn gestrickt und mehrlagig verstärkt (Stichschutz). Je nach Anforderung gibt es Schnittschutzhandschuhe mit den unterschiedlichsten Beschichtungen.

Schutzhandschuh NITRAS 6655

Schutzhandschuh NITRAS 6655

Beschichtungen: Die Beschichtung sollte hier abhängig von der jeweiligen Tätigkeit gemacht werden, wobei im Allgemeinen zwischen fingerfertig und dünn (PU), widerstandsfähig und abriebfest (Nitril) sowie besonders griffsicher (Latex) unterschieden wird.

Einsatzgebiete: Kommunalbetriebe, Müllentsorgung, Müllverwertung, Recycling, sanitäre Anlagen, Klärwerke uvm.
Beispiele von NITRAS:  Chemikalienschutzhandschuhe wie der 3450 // GREEN BARRIER, 3220 // YELLOW CLEANER, Schnittschutzhandschuhe wie der 6705, 6605 // CUT5, 6835 // CUT F PRO, Stichschutzhandschuhe wie der 6655 // STEEL

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Warum ist es so wichtig, die richtige Auswahl bei Schutzhandschuhen zu treffen?

Fast jede Person, egal ob auf der Baustelle, im Handwerksbetrieb oder zu Hause, ist mindestens einmal im Leben in einen Arbeitsunfall involviert. Das können neben kleinen Schnittwunden auch ein Sturz oder massive Verletzungen durch Chemikalien sein. Daher hat die Minimierung von Risiken und Unfallgefahren zwar stets oberste Priorität, wird aber aus verschiedensten Gründen unzureichend und nicht situationsgerecht umgesetzt.

Eine verbreitete Ursache für Arbeitsunfälle ist beispielsweise, dass nicht die richtige persönliche Schutzausrüstung für eine Tätigkeit getragen wird. Besonders wichtig wird dies bei der Auswahl geeigneter Schutzhandschuhe, da unsere Hände bei fast allen Arbeiten zum Einsatz kommen und somit sehr häufig potenziellen Gefahren ausgesetzt sind.

Schutzhandschuhe werden in drei Risikokategorien beschrieben:

Kategorie 1 – Handschuhe gegen minimale Risiken sind in der Regel für unkritische Einsatzgebiete wie bspw. in der Kommissionierung einsetzbar. Handschuhe dieser Kategorie sind ohne Schutznormen ausgezeichnet – ein CE-Kennzeichen muss jedoch am Produkt sichtbar sein.
Kategorie 2 – Handschuhe gegen mittlere Risiken müssen zumindest nach EN 388 getestet sein. Je nach Gefahrenart können noch weitere Normen den Schutzhandschuh ergänzen.
Kategorie 3 – Handschuhe gegen hohe Risiken schützen gegen Gefahren, die irreversibel schädigen oder zum Tod führen können, wie z.B. Chemikalien oder Elektrizität. Diese Handschuhe müssen neben entsprechenden Normen einen vierstelligen Code zusätzlich zu dem CE-Kennzeichen führen, der die Kennnummer eines überwachenden Prüfinstitutes angibt.

Die wichtigsten Normen, die beachtet werden müssen, sind:
EN 420                        Allgemeine Anforderungen an Schutzhandschuhe
EN 388                       Schutzhandschuhe gegen mechanische Risiken
EN 407 / EN 511       Schutzhandschuhe gegen thermische Risiken (Hitze / Kälte)

Ausführliche Details zu den Normen finden Sie hier.

FAZIT
Zusammenfassend wird deutlich, dass Schutzhandschuhe nicht automatisch einen situationsgerechten Schutz bieten, sondern immer den Gegebenheiten entsprechend bewertet und ausgewählt werden müssen. Eine ausführliche Gefährdungs- und Arbeitsplatzbeurteilung hilft dabei, mögliche Gefahrenquellen zu identifizieren und somit die detaillierten Anforderungen an die PSA offenzulegen. Die große Vielzahl an Schutzhandschuhen ermöglicht breite Einsatzmöglichkeiten, um das wichtigste Werkzeug zu schützen – unsere Hände.
Ein Leitfaden bietet immer nur eine grobe Richtlinie und ist als Orientierung zu verstehen. Der Besuch beim Fachhändler vor Ort wird durch den Leitfaden nicht ersetzt. Vor der Kaufentscheidung sollte sich der Anwender in der Tiefe beraten lassen und den Schutzhandschuh auch auf Größe und Passform testen.

Die Sicherheit Ihrer MitarbeiterInnen ist Ihnen genauso wichtig wie Uns? Sie wünschen sich eine persönliche Beratung, um in der großen Auswahl an Schutzhandschuhen die richtige Entscheidung zu treffen? Sprechen Sie uns jederzeit an, um einen Beratungstermin zu vereinbaren:

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