Die Auswahl des richtigen Augenschutzes

Welchen Augenschutz brauchen Sie wirklich? Wir erklären es Ihnen kompakt und einfach. Der wichtigste Schritt im Entscheidungs- und letztendlich Kaufprozess ist die vorhergehende Gefährdungsbeurteilung und Analyse des spezifischen Arbeitsplatzes. Es gibt keinen Augenschutz, der generell an jedem Arbeitsplatz getragen werden kann, ebenso wenig wie die One-fits-all-Brille für jeden Träger.

Folgende Schritte sollten, unserer langjährigen Erfahrung nach, innerhalb des Auswahlprozesses immer berücksichtigt werden.

1. Analyse der Arbeitsplatz-Anforderungen

  • Bestehen Gefährdungen durch Stäube, umherfliegende Partikel oder kleine Teile (z.B. Späne oder Bruchstücke der Arbeitsmaterialien) oder spritzende Flüssigkeiten?
  • Flüssigkeiten: Handelt es sich um Chemikalien, infektiöses Material oder z.B. nur Wasser?
  • Besteht eine Stoßgefahr, d.h. das Risiko, dass Teile auf die Schutzbrille mit einer gewissen Geschwindigkeit aufprallen?
  • Treten Dämpfe oder generell Feuchtigkeit am Arbeitsplatz auf?
  • Tritt eine bestimmte optische Strahlung am Arbeitsplatz auf? (z.B. Sonnenstrahlung, Laserstrahlung, Infrarot-Strahlung, z.B. beim Schweißen, Gefahr von Störlichtbögen)
  • Wird nur im Innenraum oder nur draußen gearbeitet oder muss zwischen Innen- und Außenräumen gewechselt werden? Wie sind die Temperaturen, gibt es Temperaturunterschiede?
  • Kann Blendung und/oder Spiegelung auftreten?
  • Ist die Abdeckung eines weiten Sichtfelds nötig (z.B. Staplerfahrer)?
  • Muss weitere PSA getragen werden (z.B. Atemschutz, Gehörschutz oder Schutzhelme)?

2. Feststellen persönlicher Anforderungen:

  • Tragen betroffene Arbeiter eine Sehhilfe?
  • Berücksichtigen unterschiedlicher Kopfformen, Nasenbreite, Ohrenform etc.
  • Tragekomfort

3. Auswahl der benötigten Eigenschaften entsprechend der vorangegangenen Analyse

  • Ausführung: einfache Schutzbrille, Vollsichtbrille oder Gesichtsschutz
  • Material der Scheiben: Polycarbonat oder Acetat
  • Beschichtung der Scheiben: kratzfest und/oder beschlaghemmend
  • Tönung der Scheiben
  • Belüftung
  • Schutz gegen biologische Gefährdung
  • Schutz gegen Gefährdungen durch elektrischen Strom

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4. Festlegung der erforderlichen Eigenschaften und Erkennen der Kennzeichnung

Wenn die Arbeitsplatzanalyse durchgeführt wurde und klar ist, welche Eigenschaften und Schutzwirkungen der Augenschutz haben muss, können einige Merkmale ganz einfach aus den Produktspezifikationen, Katalogangaben usw. gelesen und Produkte entsprechend ausgewählt werden. Dazu gehören das Scheibenmaterial, Beschichtungen oder Belüftung, Seitenschutz oder extra weites Sichtfeld.

Die auch in den gesetzlichen Vorgaben und Normen festgelegten Eigenschaften und Schutzlevel, die mit entsprechenden Prüfungen nachgewiesen werden müssen, können aus der Kennzeichnung (gem. EN 166) abgelesen werden, die auf Rahmen und Scheiben angebracht sein muss.

Neben den oben ausgeführten Punkten sind hier außerdem zu finden: Temperaturbeständigkeit, Farberkennung, Lichttransmission und optische Klasse/verzerrungsfreie Sicht, außerdem die spezifischen Einsatzbereiche Lichtbogen und heiße Feststoffe/geschmolzenes Metall.
Mit einer entsprechenden Übersicht sind die Eigenschaften einfach aus der Kennzeichnung abzulesen:

5. Festlegung zusätzlicher Eigenschaften – Passform und Tragekomfort

Zusätzlich zu den erforderlichen Eigenschaften der Schutzbrille gibt es viele weitere Merkmale, die an die jeweiligen Umstände oder persönliche Anforderungen angepasst werden können und teilweise auch müssen.

  • Um bestmöglichen Dichtsitz am Kopf zu erlangen, sollten verschiedene Schutzbrillen mit unterschiedlichen Breiten von den Anwendern getestet werden.
  • Um einen sicheren Sitz zu gewährleisten und Verrutschen oder Herunterfallen zu vermeiden, sollte die Passform auf der Nase geprüft werden – hier können z.B. Modelle mit anpassbarem Nasensteg und/oder verstellbarer Bügelneigung (Inklination – Brillenneigung zum Wangenknochen) gewählt werden.
  • Ebenso sollte der Sitz hinter den Ohren / am Kopf entlang darauf überprüft werden, dass die Brille auch bei der ausgeführten Tätigkeit nicht rutscht, da ansonsten trotz getragener Schutzbrille eine Gefährdung der Augen riskiert wird. Diesbezüglich sind Modelle mit flexibel anpassbaren Bügeln verfügbar. Die Honeywell Avatar™ z.B. besitzt komplett frei bieg- und anpassbare Bügel durch einen innenliegenden Drahtkern.
  • Des Weiteren können für zusätzlichen Tragekomfort weitere Merkmale berücksichtigt werden wie weiches Rahmenmaterial, gepolsterte Bügelenden oder Nasenbügel, Stirn-/ Brauenpolsterung, leichtes Gewicht uvm.
Das bedeuten die Kennzeichnungen von Schutzbrillen

Kennzeichnung von Schutzbrillen: So erkennen Sie passende Anwendungsbereiche und Leistungen der Brille

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6. Durchführung eines Tragetests im Arbeitsalltag

Bevor eine finale Entscheidung getroffen wird, sollten Tragetests durch verschiedene Mitarbeiter im Arbeitsalltag durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass die richtige Schutzwirkung bei allen Arbeitsschritten und Bewegungen sichergestellt ist. Auch eventuelle Besonderheiten oder Zusatzanforderungen, die in der Theorie nicht erfasst wurden, können im Praxistest noch erkannt werden.

Nicht zu vernachlässigen ist auch der Tragekomfort – denn nur wenn die Schutzbrillen auch über einen gesamten Arbeitstag bequem zu tragen sind und vom Träger akzeptiert werden, werden sie auch tatsächlich getragen. Durch den Tragetest (optimalerweise mit einer Auswahl verschiedener Modelle) wird außerdem der Mitbestimmung Rechnung getragen, die auch maßgeblich zur Trageakzeptanz beiträgt.

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